
Flieg doch mal wieder von Hannover nach Rhodos
Es gibt Inseln, die man besucht, weil sie im Reisekatalog gut aussehen. Und es gibt Inseln, zu denen man zurückkehrt, weil sie etwas haben, das man nicht ganz beschreiben kann – aber sofort wiedererkennt, wenn man landet. Rhodos gehört zur zweiten Kategorie. Die größte der Dodekanes-Inseln ist Geschichte, Strand, Licht und Leben auf einmal. Eine Insel, auf der byzantinische Kirchen neben osmanischen Moscheen stehen, auf der die mittelalterliche Altstadt einen Spaziergang durch die Jahrhunderte erlaubt, und auf der das Meer eine Farbe hat, für die es eigentlich keinen treffenden deutschen Begriff gibt. Von Hannover aus ist das alles näher, als viele denken.
Der Weg dorthin – weiter im Osten, aber schneller als erwartet
Rhodos liegt im östlichen Mittelmeer, nahe der türkischen Küste, und ist mit knapp 1.400 Quadratkilometern eine der größeren griechischen Inseln. Geografisch ist das schon ein gutes Stück Weg – aber die Zahlen sind ermutigender, als das Gefühl vermuten lässt.
Die Luftlinie von Hannover nach Rhodos beträgt rund 2.350 Kilometer. Die reine Flugzeit liegt bei etwa drei Stunden und 15 bis 30 Minuten. Man startet in Hannover-Langenhagen, fliegt über Österreich oder die Balkanhalbinsel, passiert die griechische Küstenlinie – bei gutem Wetter und einem Fensterplatz ein Bild für sich – und landet auf einer Insel, auf der die Sonne im Schnitt über 300 Tage im Jahr scheint.
Die Zeitverschiebung nach Rhodos beträgt eine Stunde. Das ist angenehm verträglich für den Körper und bedeutet, dass man am Ankunftstag noch voll handlungsfähig ist. Und der Flughafen Hannover-Langenhagen macht den Start so unkompliziert, wie er sein sollte: keine endlosen Terminals, kein stundenlanger Vorlauf, kein Stress, bevor der Urlaub überhaupt begonnen hat.
Rhodos – eine Insel mit mehr Schichten als Sand
Wer Rhodos nur als Badeinsel kennt, kennt sie nicht wirklich. Ja, die Strände sind schön – dazu gleich mehr. Aber Rhodos ist vor allem eine Insel mit einer Geschichte, die so viele Schichten hat, dass man manchmal vergisst, in welchem Jahrhundert man sich eigentlich bewegt.
Die Insel war Heimat einer der Sieben Weltwunder der Antike: der Koloss von Rhodos, eine riesige Bronzestatue, die angeblich den Hafen überragte. Sie steht heute nicht mehr – ein Erdbeben hat sie bereits in der Antike zerstört – aber ihr Ruf hat Jahrtausende überlebt. Danach kamen die Römer, die Byzantiner, die Johanniter, die Osmanen, die Italiener. Jede Epoche hat ihre Spuren hinterlassen. Das Ergebnis ist eine Insel, die architektonisch und kulturell so vielfältig ist wie kaum eine andere im Mittelmeer.
Die Altstadt von Rhodos – ein mittelalterliches Weltwunder
Wer die Altstadt von Rhodos zum ersten Mal betritt, braucht einen Moment. Die Stadtmauern der Johanniter, im 14. und 15. Jahrhundert errichtet, sind so gut erhalten und so beeindruckend in ihrer Dimension, dass man kurz vergisst, dass man nicht in einem Historienfilm gelandet ist. Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe – und das ist in diesem Fall wirklich kein Titel zur Dekoration, sondern eine verdiente Anerkennung für eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Europas.
Die Ritterstraße, mit ihren gepflasterten Gassen und den Herbergen der verschiedenen Johanniter-Nationen, ist ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird. Das Großmeisterpalais am Ende der Straße ist ein Museum und ein Gebäude gleichzeitig, das mit seiner Mischung aus mittelalterlicher Festungsarchitektur und byzantinischen Mosaiken im Boden einen stundenlangen Besuch verdient.
Und dann gibt es da noch die osmanische Periode der Stadt: die Süleymaniye-Moschee, die jüdische Kahal Shalom Synagoge aus dem 16. Jahrhundert – eine der ältesten noch genutzten Synagogen Europas –, die engen Basargassen, in denen die Händler stehen wie seit Jahrhunderten. Die Altstadt von Rhodos ist kein Museum. Sie ist ein lebendiger Ort, in dem Menschen wohnen, arbeiten und Kaffee trinken. Das macht sie umso echter.
Die Strände – von wildromantisch bis türkisblau
Rhodos hat rund 220 Kilometer Küstenlinie. Das ist viel Raum für sehr unterschiedliche Strände – und für jeden Geschmack findet sich das Passende.
Die Ostküste ist die ruhigere, mit flacherem Wasser und feinerem Sand. Strände wie Faliraki oder Tsambika sind bekannt und entsprechend besucht – aber die Buchten dazwischen, die man manchmal nur über kleine Schotterwege erreicht, sind oft überraschend leer. Die Westküste ist windiger und wilder, ein Traum für alle, die mit einem Brett im Wasser stehen wollen, und ein schöner Spaziergang für alle anderen.
Wer es wirklich abgelegen mag, fährt in den Süden der Insel. Dort, rund um Prassonisi, wo die Insel spitz zuläuft und das Ägäische Meer auf das Mittelmeer trifft, ist eine Landschaft, die mehr an den Rand der Welt erinnert als an einen griechischen Urlaubsort. Schön auf eine Art, die ein bisschen Mut verlangt und sehr viel zurückgibt.
Lindos – weiß, steil und unvergesslich
Wer einmal das Dorf Lindos gesehen hat, trägt es mit sich. Der weiß getünchte Ort klettert einen Felshügel hinauf, an dessen Spitze die Akropolis von Lindos thront – dorische Säulen vor tiefblauem Himmel, darunter das Dorf, darunter die Bucht, darunter das Meer. Es ist eines dieser Bilder, die so aussehen, als hätte sie jemand absichtlich perfekt arrangiert.
Das Dorf selbst ist eng, labyrinthisch und im Sommer voll. Wer früh morgens oder am Abend kommt, erlebt einen anderen Ort: ruhiger, echter, mit dem Licht, das die weißen Fassaden auf eine Art trifft, die Fotografen verzweifeln lässt, weil es sich einfach nicht vollständig einfangen lässt.
Also – wann dann?
Rhodos ist von Mai bis Oktober ein zuverlässiger Ort für Sonne, Wärme und dieses tiefe Durchatmen, das einen guten Urlaub ausmacht. Wer es lieber ruhiger mag, kommt im Frühjahr oder Herbst – die Insel ist dann weniger bevölkert, das Licht ist weicher, und die Altstadt gehört ein bisschen mehr einem selbst.
Gut dreieinhalb Stunden ab Hannover. Eine Stunde Zeitverschiebung. Und am anderen Ende: mittelalterliche Mauern, türkisblaues Wasser und eine Insel, die mehr zu erzählen hat, als man an einem Urlaub hören kann.
Flieg hin. Und diesmal wirklich in die Altstadt. 🏛️🌊🌿
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