
Flieg doch mal wieder von Hannover nach Teneriffa
Es gibt eine Insel, die man in Deutschland so gut kennt, dass man manchmal vergisst, wie außergewöhnlich sie eigentlich ist. Teneriffa. Das Wort allein löst bei vielen sofort etwas aus – ein Bild, ein Gefühl, eine Erinnerung. Vielleicht der erste Urlaub ohne Eltern. Vielleicht der Ausflug zum Teide, dieser majestätische Vulkan, der aus den Wolken ragt. Vielleicht einfach nur das Gefühl, zum ersten Mal wirklich warme Winterluft geatmet zu haben. Teneriffa ist keine Insel, die man einmal besucht und dann abhakt. Es ist eine, zu der man immer wieder zurückkommt – und meistens fragt man sich unterwegs, warum man so lange gewartet hat.
Der Weg dorthin – weiter draußen im Atlantik, als man denkt
Teneriffa liegt nicht im Mittelmeer. Das wissen die meisten – und trotzdem überrascht es immer wieder, wenn man sich die Karte anschaut. Die Kanaren liegen im Atlantik, vor der nordwestafrikanischen Küste, geografisch näher an Marokko als an Spanien. Und trotzdem sind sie spanisches Territorium, europäisch geprägt und für deutsche Urlauber seit Jahrzehnten vertrauter Boden.
Die Luftlinie von Hannover nach Teneriffa beträgt rund 3.100 Kilometer. Das ist mehr als nach Málaga oder Rom – aber weniger, als viele annehmen, wenn sie an „Atlantikinsel“ denken. Die reine Flugzeit liegt bei etwa vier Stunden und 15 bis 30 Minuten. Man startet in Hannover-Langenhagen, lässt Norddeutschland hinter sich, fliegt über die Iberische Halbinsel und hinaus aufs offene Atlantikmeer – und landet irgendwo, wo die Sonne im Dezember scheint und die Temperaturen tagsüber um die zwanzig Grad liegen. Die Zeitverschiebung beträgt eine Stunde weniger als in Deutschland. Das merkt man kaum.
Der Abflug ab Hannover ist, wie gewohnt, eine entspannte Angelegenheit. Kein Großstadtflughafen-Chaos, kein stundenlanger Fußmarsch durch Terminals. Einfach ankommen, einchecken, fliegen.
Teneriffa – eine Insel, die sich nicht entscheiden muss
Was Teneriffa so besonders macht, ist ihre Widersprüchlichkeit – und die Tatsache, dass diese Widersprüche sich nicht ausschließen, sondern ergänzen. Im Süden: breite Sandstrände, Sonne, Wärme, Unterhaltung, das volle Urlaubsprogramm. Im Norden: sattgrüne Hügel, Bananenplantagen, charmante alte Städtchen, Wolken, Regen manchmal – und eine Ursprünglichkeit, die man im touristischen Süden nicht findet.
Wer beide Seiten der Insel kennt, versteht, dass Teneriffa eigentlich zwei Inseln in einer ist. Und wer klug ist, versucht beide zu erleben.
Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife ist ein gutes Beispiel dafür, was die Insel jenseits der Strandtourismus-Klischees zu bieten hat: eine echte Stadt, mit einem Markt, der nach frischem Fisch und Gewürzen duftet, mit Plätzen, auf denen das lokale Leben stattfindet, mit Architektur, die eine eigene Geschichte erzählt. Hier spürt man, dass Teneriffa nicht nur für Touristen existiert – hier leben Menschen, und das merkt man.
Der Teide – ein Berg, der alles überragt
Über Teneriffa zu schreiben, ohne den Teide zu erwähnen, wäre ungefähr so, als würde man über Paris schreiben, ohne den Eiffelturm zu nennen. Der Teide ist mit 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens – und einer der beeindruckendsten Vulkane der Welt. Er dominiert die Insel so vollständig, dass man ihn von fast überall sehen kann, wenn das Wetter mitspielt.
Das Nationalpark-Gelände rund um den Teide ist UNESCO-Weltnaturerbe, und wer einmal dort oben war – in dieser fast mondähnlichen Landschaft aus erstarrter Lava, rötlichem Gestein und einer Stille, die einen kurz vergessen lässt, dass man auf einer Ferieninsel ist – der versteht sofort, warum. Die Gondelbahn bringt einen fast bis zum Gipfel, und der Blick von dort über die Wolken und aufs Meer ringsum ist eines dieser Erlebnisse, die sich tief ins Gedächtnis einbrennen.
Das Essen, das Wetter, das Wasser
Die kanarische Küche ist unkompliziert und gut. Papas arrugadas – die kleinen, in Salzwasser gegarten Kartoffeln, die mit dem Salz der Schale knusprig werden – mit Mojo rojo oder Mojo verde dazu sind das perfekte Beispiel: simpel, lokal, unwiderstehlich. Frischer Fisch, der tatsächlich frisch ist. Gofio, das traditionelle Mehl aus geröstetem Getreide, das sich durch die ganze kanarische Küche zieht. Und natürlich der lokale Wein, der auf den vulkanischen Böden der Insel eine ganz eigene Mineralität entwickelt.
Das Wetter auf Teneriffa ist das, was die Kanaren zu einem der beliebtesten Reiseziele Europas gemacht hat: mild das ganze Jahr über, mit wenig Extremen. Der kanarische Lorbeerwald im Norden, die trockenen Lavafelder im Süden, der ewige Sommer an der Küste – Teneriffa funktioniert in jedem Monat des Jahres.
Also – was hält dich noch zurück?
Teneriffa ist keine Überraschung. Man weiß, was einen erwartet – und genau das ist der Punkt. Es ist diese verlässliche Schönheit, dieses Versprechen, das die Insel immer hält. Gut vier Stunden ab Hannover, eine Stunde Zeitverschiebung, und dann: Sonne, Vulkan, Meeresrauschen.
Flieg hin. Am besten, bevor der nächste norddeutsche Winter anfängt. 🌋☀️🌊
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