Darum lohnt sich eine Cityreise nach Athen
Athen hat lange einen schwierigen Ruf gehabt. Laut, chaotisch, verschmutzt – so klang es oft, wenn Reisende über die griechische Hauptstadt gesprochen haben. Und ja, Athen ist laut. Es ist manchmal chaotisch. Aber wer genauer hinschaut, entdeckt eine Stadt, die unter all dem Lärm und Staub eine Energie hat, die sich kaum beschreiben lässt. Geschichte auf Schritt und Tritt, eine Gastfreundschaft, die keine Floskel ist, und eine Lebendigkeit, die einem nicht mehr loslässt. Athen lohnt sich. Deutlich mehr, als viele erwarten.
Eine Stadt, die älter ist als fast alles andere
Man kann Athen nicht besuchen, ohne die Geschichte zu spüren – sie ist buchstäblich überall. Die Akropolis thront über der Stadt wie ein Versprechen, das die Stadt seit Jahrtausenden hält. Wer dort oben steht und auf Athen hinunterschaut, versteht auf eine sehr körperliche Art, was es bedeutet, an einem Ort zu sein, der die westliche Zivilisation mitgeformt hat.
Das Parthenon ist auch nach all den Jahren und trotz seiner teilweisen Ruine beeindruckend. Man soll ja vorbereitet sein auf das Touristengedränge – und trotzdem trifft es einen. Die Aussicht, die Steine, die Luft da oben. Es ist einer jener Orte, an denen selbst hartgesottene Vielreisende kurz innehalten.
Aber Athen ist nicht nur die Akropolis. Das neue Akropolis-Museum, das direkt unterhalb liegt, ist eines der schönsten Museen Europas – modern, durchdacht, mit einem Blick auf die Akropolis durch die Glasfassade, der beim Betrachten der Exponate nie ganz aus dem Bewusstsein verschwindet. Das Nationalmuseum für Archäologie ist ebenfalls einen langen Besuch wert: Die Sammlung ist schlicht außerordentlich, von minoischen Goldmasken bis zu antiken Skulpturen.
Monastiraki, Plaka und die Seele der Stadt
Wer Athen wirklich erleben will, muss durch seine Viertel gehen. Monastiraki mit seinem Flohmarkt und dem ständigen Treiben, Plaka mit seinen engen Gassen und Tavernen direkt unterhalb der Akropolis, Psyrri mit seinen Bars und Graffiti, Kolonaki mit seinen Cafés und Boutiquen – jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Klientel, seine eigene Atmosphäre.
Besonders Psyrri und das benachbarte Exarchia sind für alle interessant, die das zeitgenössische Athen kennenlernen wollen. Hier hat sich in den letzten Jahren eine lebhafte Kunst- und Kulturszene entwickelt, die weit über das hinausgeht, was Reiseführer üblicherweise beschreiben. Galerien, kleine Konzertlocations, Bars, in denen bis in den frühen Morgen gesessen wird. Athen schläft nicht früh, und das merkt man.
Essen in Athen – kein Pflichtprogramm, sondern Vergnügen
Die griechische Küche gehört zu den großen Küchen des Mittelmeers, und in Athen zeigt sie sich von ihrer besten Seite. Frischer Fisch im Hafen von Piraeus, Souvlaki vom Stand um die Ecke für wenige Euro, Mezedes in einer Taverne in Plaka – alles ist gut, und vieles ist besser als gut.
Besonders schön ist das Essen in Athen auch wegen der Art, wie es stattfindet. Griechen essen langsam, in Gesellschaft, mit viel Wein und noch mehr Reden. Man setzt sich und bleibt sitzen. Das hat etwas Entspannendes, das gut zum Rest der Stadt passt – denn Athen ist trotz aller Energie auch eine Stadt, die das Genießen ernst nimmt.
Wer die Märkte mag: Die Varvakios Agora, die zentrale Markthalle Athens, ist ein Erlebnis. Fleisch, Fisch, Gewürze, Oliven, Käse – laut, lebendig, sehr griechisch.
Klima und Reisezeit
Athen ist im Sommer heiß – sehr heiß. Temperaturen von 35 Grad und mehr sind im Juli und August keine Seltenheit, und wer durch die Stadt läuft und Sehenswürdigkeiten abarbeitet, merkt das schnell. Frühling und Herbst sind die angenehmeren Jahreszeiten für eine Cityreise: mild, sonnig, deutlich weniger Besuchermassen an den wichtigsten Orten. Der April ist besonders schön, wenn die Stadt noch nicht überfüllt ist und das Wetter schon zuverlässig gut.
Im Winter ist Athen ebenfalls eine Option – die Temperaturen sind für mitteleuropäische Verhältnisse sehr angenehm, die Stadt gehört den Einheimischen, und viele Restaurants und Bars sind in ihrer entspanntesten Form.
Fazit
Athen ist eine Stadt, die man unterschätzt und dann nicht mehr loslässt. Die Geschichte ist real und greifbar, das Essen ist gut, die Menschen sind herzlich auf eine Art, die sich nicht aufgesetzt anfühlt, und die Stadt hat eine Energie, die einen nach kurzer Zeit vollständig in ihren Bann zieht. Wer eine Cityreise plant und nach einem Ziel sucht, das mehr als nur schöne Fassaden zu bieten hat, sollte Athen ganz oben auf die Liste setzen. Es lohnt sich. Sehr.
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