Darum lohnt sich eine Pauschalreise nach Faro
Faro ist kein Reiseziel, das laut von sich reden macht. Keine ikonische Silhouette, kein weltbekanntes Monument, kein Name, der sofort ein bestimmtes Bild auslöst. Und genau das ist vielleicht der Grund, warum so viele, die einmal dort waren, ein bisschen überrascht zurückkommen. Die Hauptstadt der Algarve ist kleiner als erwartet, ruhiger als erwartet und dabei angenehmer als erwartet. Eine Pauschalreise nach Faro lohnt sich – und das nicht trotz der Unaufgeregtheit, sondern oft gerade deswegen.
Eine Stadt, die man unterschätzt
Faro wird von den meisten Reisenden nur als Durchgangsstation wahrgenommen. Man landet am Flughafen, steigt in den Shuttlebus und fährt weiter nach Albufeira, Lagos oder Vilamoura. Das ist verständlich – aber wer sich die Zeit nimmt, auch Faro selbst zu erkunden, stellt fest, dass die Stadt durchaus eigenes Gewicht hat.
Die Altstadt, die Cidade Velha, liegt hinter einer alten Stadtmauer direkt am Wasser und ist eine der am besten erhaltenen historischen Altstädte der Algarve. Kopfsteinpflaster, weiß getünchte Häuser, die Kathedrale Se mit ihrem Turm, von dem aus man über die Ria Formosa und die flachen Salzlagunen schaut – das ist kein Postkartenmotiv im großen Sinne, aber es ist still und schön auf eine Weise, die man nicht sofort vergisst. Das Archäologische Museum im ehemaligen Kloster der Clarissen zeigt Funde aus der gesamten Region, und auch ohne großes Interesse an Geschichte lässt sich dort eine gute Stunde verbringen.
Abends belebt sich die Innenstadt rund um die Fußgängerzone und den Jardim Manuel Bivar, den Stadtgarten direkt am Hafen. Lokale Restaurants, keine Touristenfallen – wer abends in Faro essen geht, isst oft besser und günstiger als in den größeren Ferienorten weiter westlich.
Die Ria Formosa – ein Naturerlebnis der besonderen Art
Was Faro wirklich besonders macht, liegt vor der Stadt im Wasser: die Ria Formosa, eine Lagunenlandschaft, die zu den wichtigsten Naturschutzgebieten Portugals gehört. Flache Salzwasserseen, Sandbänke, Inseln, Kanäle, Vogelkolonien – dieses Ökosystem erstreckt sich über rund sechzig Kilometer Küste und ist von Faro aus per Boot in wenigen Minuten erreichbar.
Die vorgelagerten Inseln, die Ilhas, sind dabei das eigentliche Highlight. Die Ilha Deserta, die unbewohnte Insel mit einem langen weißen Sandstrand und kristallklarem Wasser, ist mit einer kurzen Bootsfahrt erreichbar und bietet einen Strand, der trotz seiner Qualität erstaunlich ruhig geblieben ist. Die Ilha de Faro, die nächstgelegene Insel, ist etwas zugänglicher und beliebt bei Einheimischen – Strandbar, Liegestühle, aber immer noch ein sehr anderes Erlebnis als die überfüllten Strandpromenaden der Algarve-Hochburgen.
Wer Kayak fahren, Vogelbeobachtung betreiben oder einfach in einer unberührten Lagunenlandschaft herumfahren möchte, ist in der Ria Formosa genau richtig. Das ist Natur auf eine entspannte, iberische Art – ohne Anstrengung, aber mit echtem Erlebnis.
Faro als Ausgangspunkt für die Algarve
Wer in Faro eine Pauschalreise bucht, hat einen der besten Ausgangspunkte für die gesamte Region. Die Algarve ist kleiner als viele denken, und von Faro aus lässt sich ein großer Teil mit dem Mietwagen oder per Bus gut erreichen. Lagos im Westen, mit seinen spektakulären Felsenformationen und lebhaften Stadtbild, ist in etwa einer Stunde erreichbar. Die Goldene Küste rund um Albufeira mit ihren langen Sandstränden liegt noch näher. Das Cabo de São Vicente, der südwestlichste Punkt des europäischen Festlands, ist ein Ausflug, der sich allein der Landschaft wegen lohnt – Wind, Klippen, Atlantik, so weit man schaut.
Im Osten wird die Algarve ruhiger und etwas weniger touristisch. Tavira, eine kleine Stadt mit maurischer Altstadt, Weißhäusern und einem eigenen Flair, gilt unter vielen Kennern als eine der schönsten Städte der Region – und von Faro aus ist man in dreißig Minuten dort.
Warum die Pauschalreise hier besonders praktisch ist
Faro hat einen internationalen Flughafen, der direkt in die Stadt integriert ist – buchstäblich: Man landet, verlässt das Terminal, und ist in wenigen Minuten im Stadtzentrum. Das macht die Anreise mit einer Pauschalreise besonders angenehm. Kein langer Transfer, kein Warten auf Shuttlebusse in der Hitze. Wer möchte, ist innerhalb von zwanzig Minuten im Hotel, im Restaurant oder am Hafen.
Das Preisniveau in Faro ist dabei angenehm – verglichen mit Lissabon oder Porto, aber auch verglichen mit Teilen der Algarve, die stärker auf gehobenen Tourismus ausgerichtet sind. Essen, lokaler Wein, Ausflüge: Portugal ist für mitteleuropäische Verhältnisse generell erschwinglich, und Faro bildet da keine Ausnahme.
Das Klima der Algarve ist eines der sonnigsten Europas. Im Sommer heiß, im Frühling und Herbst angenehm mild – und selbst im Winter sitzen die Faröenser oft draußen in der Sonne, was dem Besucher aus nördlicheren Gefilden durchaus merkwürdig und gleichzeitig sehr verlockend vorkommen kann.
Fazit
Faro ist kein Reiseziel, das mit Superlativen arbeitet. Es ist keine dramatische, keine überwältigende Stadt. Aber es ist eine ehrliche, angenehme Stadt mit einer schönen Altstadt, einer außergewöhnlichen Naturlandschaft vor der Haustür und einer Lage, die die gesamte Algarve erreichbar macht. Eine Pauschalreise nach Faro lohnt sich für alle, die einen entspannten Urlaub suchen, der mehr bietet als Hotelpool und Strandbar – und dabei trotzdem nicht aufwendig geplant werden muss.
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