
Flieg doch mal wieder von Hannover nach Gran Canaria
Es gibt diese Momente im Februar, wenn der Himmel über Hannover seit Wochen grau ist und das Tageslicht sich anfühlt wie ein schlechter Kompromiss – da denkt man an Gran Canaria. Nicht zwingend bewusst. Es passiert einfach. Ein Bild auf dem Telefon, jemand im Büro, der braun gebrannt aus dem Urlaub zurückkommt, ein flüchtiger Gedanke an Sand und Wärme. Gran Canaria hat diese Qualität: Es taucht im Kopf auf, wenn man es am meisten braucht. Und das Beste daran ist, dass es von Hannover aus so erreichbar ist, dass zwischen Gedanke und Wirklichkeit nicht viel mehr steht als ein Flugticket.
Der Weg dorthin – weiter im Süden als man denkt
Gran Canaria gehört zu den Kanarischen Inseln, einem spanischen Archipel vor der Nordwestküste Afrikas. Geografisch liegt die Insel näher an Marokko als an Madrid – und das spürt man, wenn man landet und die Luft einen empfängt.
Die Luftlinie von Hannover nach Gran Canaria beträgt rund 3.400 Kilometer. Die reine Flugzeit liegt bei etwa vier Stunden und 15 bis 30 Minuten. Man startet in Hannover-Langenhagen, fliegt über die Iberische Halbinsel und den Atlantik, und landet auf dem Aeropuerto de Gran Canaria im Osten der Insel, der gut angebunden ist und den Einstieg in den Urlaub wohltuend unkompliziert macht.
Die Zeitverschiebung beträgt eine Stunde – die Kanaren liegen in der westeuropäischen Zeitzone, eine Stunde hinter Deutschland. Wer hinfliegt, gewinnt eine Stunde. Wer zurückfliegt, gibt sie wieder ab. Aber bis dahin hat man Besseres zu tun, als auf die Uhr zu schauen.
Gran Canaria – ein Kontinent im Kleinen
Die Kanarischen Inseln werden oft als „Kontinent im Kleinen“ beschrieben, und Gran Canaria ist dafür das beste Beispiel im Archipel. Auf einer Fläche von knapp 1.600 Quadratkilometern versammelt sich eine Vielfalt an Landschaften, die man sonst nur auf Kontinenten findet: Sandstrände im Süden, steile Klippen im Westen, grüne Täler im Norden, und im Herzen der Insel ein Gebirge, das mit dem Pico de las Nieves auf fast 2.000 Meter ansteigt.
Das bedeutet: Gran Canaria ist nicht einfach eine Badeinsel. Sie ist eine Insel, die einem je nach Richtung, in die man fährt, eine komplett andere Erfahrung bietet. Wer nur am Strand liegt, hat das Insel-Angebot nur zu einem Bruchteil genutzt.
Las Palmas de Gran Canaria – eine echte Stadt
Die Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria ist mit knapp 380.000 Einwohnern eine der größten Städte Spaniens – und eine, die viele Urlauber nie sehen, weil sie direkt in den Süden der Insel fahren. Das ist ein Fehler.
Las Palmas hat ein historisches Stadtzentrum, das Vegueta-Viertel, das zu den besterhaltenen Kolonialstadtteilen Spaniens gehört. Hier wurde 1451 die erste europäische Siedlung auf den Kanarischen Inseln gegründet. Die Straßen sind eng und kopfsteingepflastert, die Häuser tragen die typischen hölzernen Balkone der kanarischen Architektur, und der Parque de Santa Catalina ist der lebendige Mittelpunkt einer Stadt, die sowohl Hafenstadt als auch Studentenstadt als auch Atlantikmetropole ist.
Der Strand von Las Canteras gehört zu den schönsten Stadtstranden Europas – vier Kilometer feiner Sand, direkt im Stadtgebiet, mit einer natürlichen Felsbarriere, die das Wasser ruhig und zum Schwimmen gut geeignet hält. Wer morgens früh dort ist, hat den Strand nahezu für sich.
Der Süden – Dünen, Strand und das bekannte Gran Canaria
Der Süden der Insel ist das, woran die meisten denken, wenn sie Gran Canaria hören. Maspalomas mit seinen beeindruckenden Sanddünen, die sich bis ans Meer erstrecken. Playa del Inglés, lang, breit, laut, lebendig. Puerto Rico, mit einem der ruhigsten und sonnenreichsten Winkel der Insel.
Die Dünen von Maspalomas sind dabei mehr als ein Strand-Accessoire. Sie sind ein Naturschutzgebiet – eine echte Wüstenlandschaft direkt am Atlantik, die sich je nach Licht und Tageszeit vollkommen verändert. Wer früh morgens dort entlangläuft, bevor die Masse kommt, erlebt etwas, das trotz aller touristischen Umgebung nach Wildnis klingt.
Das Innere der Insel – für alle, die mehr wollen
Wer einen Mietwagen hat und bereit ist, von der Küste wegzufahren, findet im Inneren Gran Canarias eine Insel, die kaum jemand zeigt. Die Caldera de Tejeda, ein alter Vulkankrater im Herzen des Gebirges, umgeben von kleinen Dörfern aus weißen Häusern und Mandel- und Orangen-Plantagen. Das Dorf Tejeda selbst, auf einem Bergrücken gelegen, mit einem Blick auf den Roque Nublo – den berühmten Felsmonolith, der wie ein steinerner Zeigefinger aus dem Gebirge ragt und auf fast jedem Foto erscheint, das Gran Canaria von seiner nicht-touristischen Seite zeigen will.
Die Wanderwege im Inselinneren sind gut ausgebaut und reichen von einfachen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Tagestouren. Die Luft ist kühler, die Aussichten sind atemberaubend, und die Begegnung mit der eigentlichen Insel – jenseits von Pool und Strandbar – lässt Gran Canaria noch lange nach dem Urlaub im Kopf bleiben.
Was man essen sollte
Die kanarische Küche ist erdiger und ursprünglicher, als viele erwarten. Papas arrugadas – kleine, runzelig gekochte Salzerdäpfel, serviert mit Mojo rojo oder Mojo verde, den typischen Kanarensoßen aus Paprika oder Kräutern – sind so simpel und so gut, dass man sie zuhause nachkochen will und nie ganz dasselbe hinbekommt.
Gofio, ein geröstetes Mehl aus Getreide, das die Ureinwohner der Insel, die Guanchen, schon vor der spanischen Kolonisierung verwendeten, ist heute wieder auf den Speisekarten präsent – als Beilage, im Eintopf, manchmal als Eis. Frischer Fisch, gegrillt oder auf kanarische Art zubereitet, gehört ebenfalls dazu. Und ein Glas Vino de la tierra, ein Wein von den kanarischen Reben, passt immer.
Wann ist Gran Canaria am besten?
Die ehrliche Antwort: fast immer. Gran Canaria hat ein Klima, das sprichwörtlich als „ewiger Frühling“ bezeichnet wird – und das ist keine Marketingformel, sondern meteorologische Realität. Die Temperaturen schwanken das ganze Jahr zwischen 20 und 28 Grad, der Regen fällt hauptsächlich im Norden der Insel und hauptsächlich im Winter, und Schnee ist dem Pico de las Nieves vorbehalten.
Der Sommer ist beliebt und voll. Der Winter – gerade für Menschen aus Hannover, die dem grauen Dezember entfliehen wollen – ist vielleicht die klügste Wahl. Sonne im Januar. Wärme im Februar. Das ist das Versprechen von Gran Canaria, und es hält es.
Vier Stunden ab Hannover. Eine Stunde früher auf der Uhr. Und am anderen Ende wartet eine Insel, die gleichzeitig Wüste, Gebirge, Stadtleben und Atlantik ist.
Flieg hin. Am besten, wenn zuhause der erste Frost kommt. 🌵🌊🏔️
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