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Buche jetzt eine Cityreise ab Hannover nach Jerez de la Frontera

Darum lohnt sich eine Cityreise nach Jerez de la Frontera

Jerez de la Frontera ist eine Stadt, die die meisten Menschen kennen – aber kaum jemand besucht. Der Name fällt, wenn es um Sherry geht, vielleicht noch um Flamenco oder Pferdesport. Und dann ist das Thema meist schon erledigt. Dabei steckt hinter diesem Namen eine andalusische Stadt, die so viel Charakter hat, dass man sich wundert, warum sie so konsequent übersehen wird. Eine Cityreise nach Jerez lohnt sich – und wer einmal dort war, versteht nicht mehr ganz, warum alle immer nach Sevilla fahren und dabei einfach weiterfahren.

Eine Stadt mit echter andalusischer Seele

Jerez liegt in der Provinz Cádiz, gut eine Stunde südlich von Sevilla, und ist mit rund 215.000 Einwohnern eine mittelgroße Stadtmit einer Präsenz, die weit über ihre Größe hinausgeht. Die Altstadt ist von einer Qualität, die man in dieser Form nicht unbedingt erwartet: breite Plätze, weiß getünchte Häuser, Orangenbäume, die in den Straßen stehen und im Frühjahr einen Duft verbreiten, der sich tief ins Gedächtnis einschreibt.

Der Alcázar, die alte maurische Festungsanlage, liegt direkt neben der Kathedrale und ist in einem Zustand, der echtes Staunen erlaubt. Drinnen gibt es Gärten, ein Bad aus der Maurenzeit und einen Aussichtsturm mit Blick über die Dächer der Stadt. Daneben die Kathedrale mit ihrer eigentümlichen Mischung aus Barockfassade und mittelalterlichem Unterbau – kein Weltmonument, aber ein Gebäude mit echtem Gewicht.

Was Jerez von vielen anderen andalusischen Städten unterscheidet, ist eine gewisse Unaufgeregtheit. Die Stadt hat sich nicht vollständig auf den Tourismus eingestellt. Man merkt, dass hier Menschen wohnen, die ihren Alltag leben – und das macht die Atmosphäre auf den Plätzen und in den Gassen merklich anders als in Städten, die sich selbst vor allem als Kulisse verstehen.

Sherry, Bodega und das Handwerk dahinter

Sherry, auf Spanisch Jerez, trägt den Namen der Stadt – und umgekehrt. Die Region um Jerez ist das Ursprungsgebiet dieses verstärkten Weins, und die Bodegas, die großen Weinkeller, sind ein Besuch für sich. Mehrere davon liegen direkt in der Innenstadt oder in Gehnähe, und die meisten bieten Führungen an, die man nicht unbedingt als Weinkenner absolvieren muss, um etwas davon zu haben.

Die Hallen dieser Bodegas sind etwas Besonderes. Hohe Holzgewölbe, Tausende von Eichenfässern übereinander gestapelt, ein Geruch nach altem Holz und Wein, der sich festsetzt. Die Sherry-Herstellung folgt dem sogenannten Solera-System, einer Methode der kontinuierlichen Alterung, die erklärt, warum kein Jahrgang im klassischen Sinne existiert – und warum jede Flasche eine Mischung aus vielen Jahren ist. Wer das einmal gehört und gesehen hat, trinkt Sherry danach mit einem anderen Bewusstsein.

Und selbst wer Sherry bisher eher skeptisch gegenüberstand, sollte vor Ort zumindest einen Fino probieren – trocken, kühl, mit einem Stück Jamón: das ist eine Kombination, die sehr vielen Menschen ihre Vorurteile genommen hat.

Flamenco und Pferdesport – zwei Traditionen mit Tiefgang

Jerez gilt zusammen mit Cádiz und Sevilla als eine der Wiegen des Flamenco. Dieser Flamenco ist kein Bühnenspektakel für Touristen, sondern eine tief verwurzelte kulturelle Praxis, die hier mit einem Ernst und einer Intensität gelebt wird, die man in stark touristifizierten Städten so nicht mehr findet. Es gibt in Jerez Peñas Flamencas, private Clubs, die regelmäßig Auftritte veranstalten – und wer Glück hat und den richtigen Abend erwischt, erlebt etwas, das mit dem üblichen Flamenco-Dinner-Show-Format nicht viel gemeinsam hat.

Daneben ist Jerez eine der bedeutendsten Städte des iberischen Pferdesports. Die Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre, die Königliche Andalusische Reischule, ist eine Institution, die regelmäßig Vorführungen der klassischen Reitkunst anbietet. Das klingt nach Nischenprogramm – ist es aber nicht. Die Vorführungen sind von einer Präzision und Eleganz, die auch Menschen begeistert, die mit Reiten bisher nichts am Hut hatten. Ein Ausflug dorthin gehört zu den Dingen, die man in Jerez nicht auslassen sollte.

Praktisches, das für Jerez spricht

Jerez hat einen eigenen kleinen Flughafen, der von einigen europäischen Städten direkt angeflogen wird. Alternativ ist die Stadt mit dem Zug oder Bus sehr gut von Sevilla aus erreichbar – der Hochgeschwindigkeitszug braucht keine dreißig Minuten. Das macht Jerez auch als Tagesausflug von Sevilla möglich, aber ehrlich gesagt lohnt sich mindestens eine Übernachtung, um die Stadt in Ruhe zu erleben.

Die Preise sind im Vergleich zu Sevilla spürbar niedriger. Essen in den Tapas-Bars rund um die Plaza del Arenal oder in den Seitenstraßen der Altstadt ist erschwinglich und von einer Qualität, die der Lage der Stadt in einer der besten Lebensmittelregionen Spaniens entspricht. Garnelen aus Sanlúcar de Barrameda, ein Ort in zwanzig Minuten Fahrtzeit, gelten als einige der besten des Landes – und tauchen in Jerez regelmäßig auf den Speisekarten auf.

Fazit

Jerez de la Frontera ist eine Stadt, die nichts von sich verlangt. Man muss kein Sherry-Enthusiast sein, kein Flamenco-Kenner, kein Pferdefreund. Man muss einfach ankommen und schauen, was sich zeigt. Und was sich zeigt, ist eine andalusische Stadt von echter Substanz – mit Geschichte, Handwerk, Musik und einem Alltag, der noch nicht vollständig für andere inszeniert wird. Eine Cityreise nach Jerez lohnt sich, und wer hingeht, kommt mit dem leisen Verdacht zurück, eine der am meisten unterschätzten Städte Spaniens entdeckt zu haben. Dieser Verdacht ist berechtigt.

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